Nach der Operation – der weitere Verlauf
Die Operation erfolgt am Tag des Spitaleintritts. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel zwei Nächte.
Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff beginnt eine vorsichtige Mobilisation. Frühzeitiges Aufstehen unterstützt die Lungenfunktion, stabilisiert den Kreislauf und fördert die Darmtätigkeit.
In den ersten Tagen kann es zu einem leichten Druckgefühl hinter dem Brustbein sowie gelegentlich zu Schulterschmerzen – meist linksseitig – kommen. Das Druckgefühl ist Ausdruck des operativen Eingriffs im Bereich des gastroösophagealen Übergangs und einer vorübergehenden Gewebeschwellung. Die Schulterschmerzen entstehen durch das Kohlendioxid, das bei der Laparoskopie zur Schaffung des notwendigen Arbeitsraumes eingebracht wird. Trotz sorgfältiger Entfernung kann ein kleiner Rest vorübergehend Beschwerden verursachen. Beide Symptome sind harmlos, gut behandelbar und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab.
Vorübergehende Schluckbeschwerden können selten auftreten. Durch die konsequente Einhaltung der Ernährungsempfehlungen lässt sich dieses Risiko zusätzlich reduzieren. Eine strukturierte Ernährungsberatung erfolgt vor dem Eingriff sowie in den ersten Tagen danach. Ergänzend erhalten Sie schriftliche Empfehlungen für die ersten Wochen.
In der Anfangsphase sind mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag, langsames Essen und gründliches Kauen wichtig. Blähende, faserige, heisse oder stark gewürzte Speisen sollten zunächst gemieden werden. Kohlensäurehaltige Getränke sollten vermieden oder nur nach vorherigem Entgasen konsumiert werden. Alkohol sollte in den ersten Wochen nur in sehr geringen Mengen konsumiert werden.
In den ersten acht Wochen sollten keine Lasten über 5–7 kg gehoben werden. Intensiver Sport ist nach etwa acht Wochen wieder möglich, Krafttraining nach rund drei Monaten. Kontaktsportarten oder extreme körperliche Belastungen sollten erst nach etwa sechs Monaten wieder ausgeübt werden.
Patienten, die vor der Operation Protonenpumpenhemmer eingenommen haben, führen diese Medikation während des Spitalaufenthaltes fort. Anschliessend erfolgt ein rasches, kontrolliertes Ausschleichen.
Die Heilung ist ein biologischer Prozess, der Zeit benötigt. In den ersten sechs bis acht Wochen sollte jede unnötige Druckbelastung im Bauchraum vermieden werden, insbesondere starkes Pressen. Zur Vorbeugung einer Verstopfung erhalten Sie bei Bedarf stuhlregulierende Medikamente.
Die hier dargestellten Informationen ersetzen nicht das persönliche Aufklärungsgespräch. Alle individuellen Besonderheiten und offenen Fragen werden vor der Operation im direkten Gespräch ausführlich besprochen.
Häufig gestellte Fragen
Benötige ich nach der Operation weiterhin Medikamente gegen Reflux?
Nach erfolgreicher operativer Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse ist in den allermeisten Fällen keine Einnahme von Säureblockern mehr notwendig.
Kann ich nach der Operation noch aufstossen oder erbrechen?
Ein wesentliches Ziel der angewandten Technik ist der Erhalt der natürlichen Funktion des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen. In aller Regel bleiben sowohl das Aufstossen von Luft als auch die Fähigkeit zu erbrechen erhalten.
Ist die Operation dauerhaft wirksam oder kann der Reflux wieder auftreten?
In den meisten Fällen führt die operative Behandlung zu einer anhaltenden Beschwerdefreiheit. Ein erneutes Auftreten von Refluxsymptomen ist grundsätzlich möglich, insgesamt jedoch sehr selten.
Welche Risiken bestehen bei der Operation?
Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen allgemeine Risiken wie Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Strukturen. Es handelt sich um ein etabliertes Operationsverfahren mit insgesamt sehr niedriger Komplikationsrate.
Für wen ist eine operative Behandlung der Refluxkrankheit sinnvoll?
Eine operative Behandlung kann insbesondere bei Patienten sinnvoll sein, bei denen konservative und medikamentöse Massnahmen nicht ausreichend wirksam sind, nicht vertragen werden oder bei denen der Wunsch besteht, langfristig auf eine medikamentöse Therapie zu verzichten.
Besonders profitieren Patienten mit mechanisch bedingtem Rückfluss von Mageninhalt oder Säure bis in den oberen Brustbereich, den Hals oder den Mund, insbesondere im Liegen. In diesen Fällen kann die operative Wiederherstellung der anatomischen und physiologischen Verhältnisse zu einer Beschwerdefreiheit führen.
Wie verläuft die Operation und wie lange dauert die Erholung im Spital?
Die Operation erfolgt minimalinvasiv. Der Spitalaufenthalt beträgt üblicherweise zwei Nächte. Die weitere Erholung erfolgt schrittweise über mehrere Wochen, wobei körperliche Belastungen vorübergehend eingeschränkt werden sollten.
Welche Abklärungen sind vor einer Operation notwendig?
Vor einer operativen Behandlung erfolgt eine sorgfältige Abklärung. Diese umfasst eine ausführliche Befragung (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung.
Zwingend erforderlich sind eine Magenspiegelung (Gastroskopie) sowie eine Funkionsprüfung der Speiseröhre mittels hochauflösender Manometrie.
Je nach Befund kann zusätzlich eine Säuremessung sinnvoll sein, entweder als 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie oder als 48-Stunden-pH-Messung mittels BRAVO-Kapsel.
Ergänzend kann eine Kontrastmitteldarstellung der Speiseröhre und des Übergangs zum Magen mittels Röntgen erfolgen. Weitere Untersuchungen richten sich nach der individuellen Situation.
