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Therapie

Behandlung der Refluxkrankheit

Die Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) richtet sich nach der Ausprägung der Beschwerden, den objektiven Befunden sowie individuellen Patientenfaktoren. In vielen Fällen ist eine Kombination aus Lebensstilanpassung und medikamentöser Therapie ausreichend. In ausgewählten Situationen kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.

Ziel der Therapie ist es, den krankhaften Reflux zu reduzieren, Schleimhautschäden zu verhindern und die Lebensqualität zu verbessern, unter Berücksichtigung der langfristigen Auswirkungen der jeweiligen Behandlungsstrategie.

Primäres Ziel

Beschwerdefreiheit und Abheilung der Entzündung

Sekundäres Ziel

Vorbeugung von Rückfällen und Komplikationen

Therapieoptionen im Überblick

Je nach Beschwerden, Befundkonstellation und individueller Situation kommen unterschiedliche Therapieansätze infrage.
Häufig werden konservative Massnahmen und Medikamente kombiniert. In ausgewählten Fällen ist eine operative Behandlung sinnvoll.

Therapieform Ziel / Wirkprinzip Beispiele Wann sinnvoll?
Konservativ Reduktion von Triggerfaktoren und Druckbelastung. Unterstützung der körpereigenen Regulation des gastroösophagealen Übergangs. Frühes Nachtessen, kleinere Mahlzeiten, Meiden individueller Trigger, Hochlagern des Oberkörpers, Gewichtsreduktion, Rauchstopp Bei milden Beschwerden, als Basis jeder Therapie sowie ergänzend zu Medikamenten oder nach einer Operation
Medikamentös Senkung der Säurebelastung bzw. symptomatische Barriere gegen Reflux. PPI hemmen die Säureproduktion wirksam. H2-Blocker sind weniger potent und werden selektiv eingesetzt. Alginate bilden eine schaumartige Schicht auf dem Mageninhalt. Protonenpumpenhemmer (PPI), H2-Blocker, Alginate Bei relevanten Beschwerden, bei Refluxösophagitis, als Akuttherapie oder bedarfsorientiert
Operativ Langfristige Kontrolle des krankhaften Rückflusses durch einen chirurgischen Eingriff (je nach Verfahren unterschiedliche funktionelle Prinzipien). Ziel ist dabei die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache und nicht nur die Kontrolle der Säureexposition. Minimalinvasive Verfahren (siehe Abschnitt „Operative Verfahren im Überblick“) Bei persistierenden Beschwerden trotz adäquater Therapie, bei Unverträglichkeit oder wenn eine dauerhafte Medikation nicht gewünscht ist – nach sorgfältiger Abklärung

Allgemeine Massnahmen

Zu Beginn stehen konservative Massnahmen im Vordergrund. Diese können die Beschwerden lindern, insbesondere in frühen oder milden Stadien der Erkrankung.

Nikotin und Alkohol können den funktionellen Verschlussmechanismus am gastroösophagealen Übergang beeinträchtigen. Ein Rauchverzicht sowie eine Reduktion oder ein Verzicht auf Alkohol können daher die Refluxneigung zusätzlich positiv beeinflussen.

Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Therapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) stellt die etablierte Standardbehandlung dar und führt bei vielen Patienten zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden. Sie wirkt jedoch auf die Säureproduktion und nicht auf die zugrunde liegende mechanische Ursache der Erkrankung.

Bei langfristiger Einnahme von Protonenpumpenhemmern können Nebenwirkungen auftreten, darunter unter anderem ein Vitamin-B12-Mangel, ein Vitamin-D-Mangel, Störungen des Knochenstoffwechsels mit erhöhtem Frakturrisiko sowie Veränderungen der Magnesiumaufnahme. Durch die verminderte Säurebarriere des Magens können zudem vermehrt Magen-Darm-Infektionen auftreten. In seltenen Fällen können auch entzündliche Nierenveränderungen oder eine Einschränkung der Nierenfunktion auftreten. Vor diesem Hintergrund wünschen sich viele Patienten eine Behandlungsstrategie, die ohne eine langfristige Medikamenteneinnahme auskommt.

In solchen Situationen kann nach entsprechender Abklärung eine operative Therapie sinnvoll sein, bei der die Funktion des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen gezielt wiederhergestellt wird. Dadurch kann der Rückfluss von Mageninhalt und Säure in die Speiseröhre in der Regel verhindert werden.

Medikamente reduzieren die Säure – sie beheben jedoch nicht die Ursache.

Häufig gestellte Fragen

Benötige ich nach der Operation weiterhin Medikamente gegen Reflux?

Nach erfolgreicher operativer Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse ist in den allermeisten Fällen keine Einnahme von Säureblockern mehr notwendig.

Kann ich nach der Operation noch aufstossen oder erbrechen?

Ein wesentliches Ziel der angewandten Technik ist der Erhalt der natürlichen Funktion des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen. In aller Regel bleiben sowohl das Aufstossen von Luft als auch die Fähigkeit zu erbrechen erhalten.

Ist die Operation dauerhaft wirksam oder kann der Reflux wieder auftreten?

In den meisten Fällen führt die operative Behandlung zu einer anhaltenden Beschwerdefreiheit. Ein erneutes Auftreten von Refluxsymptomen ist grundsätzlich möglich, insgesamt jedoch sehr selten.

Welche Risiken bestehen bei der Operation?

Wie bei jedem operativen Eingriff bestehen allgemeine Risiken wie Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Strukturen. Es handelt sich um ein etabliertes Operationsverfahren mit insgesamt sehr niedriger Komplikationsrate.

Für wen ist eine operative Behandlung der Refluxkrankheit sinnvoll?

Eine operative Behandlung kann insbesondere bei Patienten sinnvoll sein, bei denen konservative und medikamentöse Massnahmen nicht ausreichend wirksam sind, nicht vertragen werden oder bei denen der Wunsch besteht, langfristig auf eine medikamentöse Therapie zu verzichten.

Besonders profitieren Patienten mit mechanisch bedingtem Rückfluss von Mageninhalt oder Säure bis in den oberen Brustbereich, den Hals oder den Mund, insbesondere im Liegen. In diesen Fällen kann die operative Wiederherstellung der anatomischen und physiologischen Verhältnisse zu einer Beschwerdefreiheit führen.

Wie verläuft die Operation und wie lange dauert die Erholung im Spital?

Die Operation erfolgt minimalinvasiv. Der Spitalaufenthalt beträgt üblicherweise zwei Nächte. Die weitere Erholung erfolgt schrittweise über mehrere Wochen, wobei körperliche Belastungen vorübergehend eingeschränkt werden sollten.

Welche Abklärungen sind vor einer Operation notwendig?

Vor einer operativen Behandlung erfolgt eine sorgfältige Abklärung. Diese umfasst eine ausführliche Befragung (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung.

Zwingend erforderlich sind eine Magenspiegelung (Gastroskopie) sowie eine Funkionsprüfung der Speiseröhre mittels hochauflösender Manometrie.

Je nach Befund kann zusätzlich eine Säuremessung sinnvoll sein, entweder als 24-Stunden-Impedanz-pH-Metrie oder als 48-Stunden-pH-Messung mittels BRAVO-Kapsel.

Ergänzend kann eine Kontrastmitteldarstellung der Speiseröhre und des Übergangs zum Magen mittels Röntgen erfolgen. Weitere Untersuchungen richten sich nach der individuellen Situation.

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Dr. med. Mischa Feigel
Facharzt FMH für Chirurgie
spez. Viszeralchirurgie

Florastrasse 50
CH-8008 Zürich
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